Die meisten Menschen bleiben bei einem Hoster, mit dem sie unzufrieden sind. Nicht, weil das Angebot überzeugt, sondern weil der Wechsel nach Risiko klingt: Die Seite könnte tagelang weg sein, E-Mails könnten verloren gehen, und irgendwo muss man an Einstellungen, von denen man nichts versteht.
Die Sorge ist berechtigt – wenn ein Umzug schlecht gemacht wird. Deshalb steht hier im Detail, was passiert.
Was du tun musst
Erstaunlich wenig. Wir sind Reseller und verwalten die DNS-Zone selbst. Das heisst konkret: Du musst dich weder bei deinem Registrar einloggen noch Nameserver eintragen noch TTL-Werte anfassen. Genau das ist der Teil, vor dem die meisten zurückschrecken – und genau der entfällt.
Von dir brauchen wir dreierlei:
- Zugang zur bestehenden Website oder ein Backup davon.
- Eine Liste der E-Mail-Adressen, die weiterlaufen sollen – inklusive Weiterleitungen, Sammeladressen und allem, was sonst auf die Domain läuft.
- Ein Zeitfenster, in dem wir die Postfächer auf deinen Geräten neu einrichten können. Das ist der einzige Punkt, an dem deine Mitarbeit wirklich nötig ist.
Der Ablauf
Ein typischer Umzug dauert zwei bis drei Tage, von der Zusage bis zur fertigen Umstellung. Der grösste Teil davon läuft ohne dein Zutun – vorbereitet wird im Hintergrund, sichtbar wird nur der Moment der Umstellung.
Bestandsaufnahme. Wir schauen uns an, was läuft: Grösse der Website, Datenbanken, PHP-Version, alle E-Mail-Konten mit ihrem Umfang, Weiterleitungen, Filterregeln, Abwesenheitsnotizen. Diese Liste entscheidet über den Zeitplan – und sie ist der Grund, warum bei uns nichts vergessen geht.
Aufbau der neuen Umgebung. Deine Website wird auf unseren Servern in Zürich aufgesetzt und über eine Testadresse geprüft, bevor irgendetwas umgestellt wird. Die E-Mail-Postfächer legen wir an, bevor die Mail-Einträge zeigen. Das klingt selbstverständlich, ist aber der Punkt, an dem bei schlecht gemachten Umzügen tatsächlich Nachrichten verloren gehen: Zeigt der Eintrag schon auf den neuen Server und das Postfach fehlt dort, weist der Server die Mail ab – und der Absender bekommt eine Fehlermeldung.
Vorbereitung der Umstellung. 48 Stunden vor dem Wechsel setzen wir die Gültigkeitsdauer der DNS-Einträge auf 300 Sekunden herunter. Das sorgt dafür, dass die Umstellung anschliessend in Minuten statt in Stunden greift. Du merkst davon nichts.
Die Umstellung selbst. Wir richten die Einträge auf die neue Umgebung. Ab diesem Moment beginnt die Verbreitung im Netz: Ein Teil der Besucher landet bereits auf dem neuen Server, ein Teil noch auf dem alten. In der Regel ist das nach wenigen Stunden erledigt, weltweit kann es bis zu 72 Stunden dauern.
Das ist keine Ausfallzeit. In dieser Phase funktionieren beide Server – der alte bleibt bewusst online. Deine Website ist durchgehend erreichbar, egal welchen der beiden ein Besucher gerade sieht. «Bis zu 72 Stunden» heisst also nicht drei Tage Stillstand, sondern drei Tage, in denen zwei funktionierende Server dasselbe ausliefern.
Nachlauf. Der alte Server bleibt mehrere Wochen stehen. Nachrichten, die dort noch eintreffen, holen wir nach. Erst wenn nichts Neues mehr ankommt und du zufrieden bist, wird abgeschaltet – und dann kündigst du beim alten Anbieter, nicht vorher.
Was mit deinen E-Mails passiert
Das ist die Frage, die Umzüge verhindert, und sie wird selten beantwortet.
Postfächer werden nicht kopiert und dann umgeschaltet, sondern abgeglichen. Wir übertragen den Bestand Tage vor dem Wechsel ein erstes Mal, kurz vor der Umstellung ein zweites Mal und danach so lange weiter, bis am alten Server nichts Neues mehr eintrifft. Übertragen wird die komplette Ordnerstruktur samt Anhängen, Gesendet-Ordner und dem Gelesen-Status jeder Nachricht.
Weil jeder Durchgang nur überträgt, was fehlt, gibt es keinen Stichtag und keinen Moment, in dem dein Postfach nicht benutzbar wäre. Alte Nachrichten bleiben vollständig erhalten – auch Archive, die viele Jahre zurückreichen.
Auf Wunsch können die Postfächer auch dort bleiben, wo sie sind, und nur die Website zieht um. Beides ist möglich.
Der einzige spürbare Aufwand für dich: Auf jedem Gerät müssen die Zugangsdaten neu eingetragen werden. Und zwar auf allen – auch auf dem Handy, dem Tablet der Buchhaltung, dem Kopierer mit Scan-Funktion und überall dort, wo dein Kontaktformular oder ein Newsletter-Versand Mails verschickt. Diese Liste erstellen wir gemeinsam bei der Bestandsaufnahme; vergessene Geräte sind der häufigste Grund für Nacharbeiten.
Wie SPF, DKIM und DMARC dabei sauber gesetzt werden – und warum das darüber entscheidet, ob deine Rechnungen im Posteingang oder im Spam landen – steht in E-Mails im Spam: SPF, DKIM und DMARC erklärt.
Was der Umzug kostet
Die Website-Migration ist in jedem Hosting-Paket enthalten – ab CHF 10 im Monat. Das umfasst Aufbau der Umgebung, Übertragung der Seite samt Datenbanken, DNS-Verwaltung, die Umstellung selbst und den Nachlauf.
Die Postfach-Migration rechnen wir nach Aufwand ab. Der Grund ist ehrlich: Er schwankt stark. Drei kleine Postfächer sind eine Sache von Minuten, fünfzehn gewachsene Geschäftspostfächer mit jahrelangen Archiven und Filterregeln sind es nicht. Nach der Bestandsaufnahme wissen wir, worüber wir reden, und du bekommst eine Schätzung, bevor wir anfangen – keine Überraschung auf der Rechnung.
Wenn die alte Software nicht mitkommt
Manchmal ist der Umzug nicht das Problem, sondern das, was umzieht: Eine Anwendung, die nur mit einer alten PHP-Version läuft, ein CMS, das abgekündigt wurde. Dafür gibt es Legacy-Hosting mit Extended Support – ältere PHP-Versionen, weiterhin mit Sicherheitspatches versorgt. So läuft der Betrieb sicher weiter, während die Ablösung in Ruhe geplant wird, statt unter Zeitdruck.
Betroffen ist davon derzeit besonders, wer noch mit Cloudrexx (Download-Version) arbeitet: Warum die Abkündigung jetzt zum Handeln zwingt.
Unsicher, ob sich der Wechsel für dich lohnt? Wir schauen uns deine aktuelle Situation an und sagen dir ehrlich, was ein Umzug bringt – und wann er sich nicht lohnt. Nimm Kontakt auf oder sieh dir zuerst die Pakete und Preise an.