Die meisten Hosting-Entscheide fallen in einer Tabelle mit zwei Spalten: Anbieter und Monatspreis. Das ist verständlich, weil der Preis die einzige Zahl ist, die überall gleich dasteht. Es ist trotzdem der teuerste Weg, diese Entscheidung zu treffen – weil die Kosten eines schlechten Hostings nie auf der Rechnung erscheinen. Sie erscheinen als Ausfall am Tag der Produktlancierung, als E-Mail, die im Spam landet, oder als Datenschutzfrage, die man dem eigenen Kunden nicht beantworten kann.

Hier sind die sieben Kriterien, die wir selbst anlegen würden – auch dann, wenn wir nicht in diesem Geschäft wären.

1. Wo die Daten liegen, und welches Recht dort gilt

Der Serverstandort ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Rechtsfrage. Liegen die Daten in der Schweiz, gilt das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG). Liegen sie in der EU, gilt die DSGVO – ebenfalls ein hoher Standard. Liegen sie bei einem US-Anbieter, greift zusätzlich der CLOUD Act: US-Behörden können unter Umständen auf Daten zugreifen, die physisch ausserhalb der USA liegen, sofern der Anbieter dem US-Recht untersteht.

Für die meisten Schweizer KMU und Vereine ist das keine theoretische Übung. Sobald Sie Mitgliederdaten, Patientendaten oder Kundenadressen verwalten, müssen Sie sagen können, wo diese liegen. «Irgendwo in der Cloud» ist keine Antwort, die Sie in einem Datenschutzhinweis unterbringen wollen.

Unsere eigenen Server stehen bei der MetaNet AG in Zürich, in einem nach ISO 27001 zertifizierten und PCI-DSS-akkreditierten Rechenzentrum. Was das für die konkrete Datenverarbeitung heisst, steht in unserer Datenschutzerklärung.

2. Verfügbarkeit – und was die Prozentzahlen bedeuten

Fast jeder Anbieter nennt eine Verfügbarkeit. Fast niemand rechnet vor, was sie bedeutet. Das lohnt sich, weil der Unterschied zwischen zwei scheinbar ähnlichen Zahlen dramatisch ist:

Zugesicherte Verfügbarkeit Erlaubter Ausfall pro Monat
99,9 % rund 43 Minuten
99,5 % rund 3,6 Stunden
99 % rund 7 Stunden
95 % rund 36 Stunden

95 % klingt nach einer guten Note. In Wirklichkeit bedeutet es anderthalb Tage Stillstand pro Monat, und solche Zahlen finden sich tatsächlich in den Bedingungen sehr günstiger Angebote.

Ebenso wichtig wie die Zahl ist die Frage, worauf sie sich bezieht und über welchen Zeitraum gemessen wird. Bei uns sichert der Rechenzentrumspartner MetaNet AG eine Netzwerkverfügbarkeit von 99,9 % zu, gemessen über jeweils ein Kalendersemester. Das ist eine Aussage über das Netzwerk des Rechenzentrums – nicht über jede einzelne Anwendung, die darauf läuft. Anbieter, die 99,99 % ohne solche Präzisierung versprechen, versprechen meist weniger, als es klingt.

3. Tempo – aber am richtigen Ort gesucht

Zur Geschwindigkeit kursiert viel Unsinn. Der Serverstandort spielt eine Rolle, aber eine kleinere, als das Marketing suggeriert. Licht braucht im Glasfaserkabel rund fünf Mikrosekunden pro Kilometer, und Datenpakete legen den Weg zweimal zurück. Von Zürich nach Frankfurt sind das wenige Millisekunden, nach Nordamerika je nach Route eher siebzig bis hundert.

Das ist messbar, aber es ist nicht das, was Ihre Website langsam macht. Unkomprimierte Bilder, blockierende Skripte und ein CMS, das für jede Seite ein Dutzend Datenbankabfragen abfeuert, kosten Sekunden – also das Zehn- bis Hundertfache. Wer Tempo will, optimiert zuerst die Seite und dann den Standort. Genau deshalb arbeiten wir bevorzugt mit GRAV, einem CMS ohne Datenbank.

4. Sicherheit, die im Alltag greift

Die interessante Frage ist nicht, ob ein Anbieter Sicherheit erwähnt – das tun alle. Sie lautet: Was passiert am Tag, an dem etwas schiefgeht? Konkret heisst das: Gibt es tägliche Backups, wie weit reichen sie zurück, und wie lange dauert eine Rückspielung? Ist ein SSL-Zertifikat inbegriffen oder kostet es extra? Werden PHP-Versionen aktuell gehalten?

Der letzte Punkt wird gern übersehen. Veraltete PHP-Versionen sind eines der häufigsten Einfallstore überhaupt – und gleichzeitig ein Grund, warum Betriebe bei alten Anbietern festsitzen: Ihre Software läuft nicht mehr auf aktuellen Versionen. Für genau diesen Fall gibt es Legacy-Hosting mit Extended Support, wo ältere PHP-Versionen weiter mit Sicherheitspatches versorgt werden. Das ist eine Brücke, kein Dauerzustand.

5. Support – und wer am anderen Ende sitzt

Support lässt sich schlecht vergleichen, weil alle dasselbe behaupten. Zwei Fragen helfen: In welcher Sprache antwortet jemand, und kennt diese Person Ihr Projekt?

Wir versprechen bewusst keine 24-Stunden-Hotline. Was wir haben, ist ein persönlicher Ansprechpartner, der Ihre Installation kennt, und für Fälle, in denen es wirklich schnell gehen muss, ein Priority-Support-Paket mit zugesicherter Reaktionszeit. Ein ehrliches «werktags, aber von jemandem, der Bescheid weiss» ist im Zweifel mehr wert als ein «24/7», das zu einem Chatbot führt.

6. Mitwachsen ohne Umzug

Ihr Bedarf ändert sich. Die Frage ist, ob das ein Upgrade wird oder ein Umzug. Bei uns wechseln Sie das Paket, ohne dass die Website umzieht. Bei starren Angeboten heisst mehr Speicher: neuer Anbieter, neue Migration, neues Risiko.

7. Preistransparenz

Prüfen Sie, was nicht im Preis steht. Setup-Gebühren, SSL-Aufpreise, Kosten für die Migration, Gebühren für den Datenexport bei Kündigung – hier entsteht die Differenz zwischen beworbenem und tatsächlichem Preis. Unsere Pakete und Preise sind bewusst so aufgebaut, dass der genannte Betrag der ist, den Sie zahlen.

Wann Sie nicht bei uns hosten sollten

Es gibt Fälle, in denen wir die falsche Wahl sind, und es wäre unredlich, das zu verschweigen.

Wenn Sie ein Grossunternehmen mit stark schwankender Last, eigenem DevOps-Team und Bedarf an Infrastruktur auf Abruf sind, gehören Sie zu AWS, Azure oder Google Cloud. Diese Plattformen leisten Dinge, die ein spezialisierter Schweizer Anbieter nicht leistet – zum Preis erheblicher Komplexität, die sich für einen Zehn-Personen-Betrieb nie rechnet.

Und wenn der Preis wirklich das einzige Kriterium ist, finden Sie günstigere Angebote als unsere. Sie kaufen damit ein anderes Produkt: weniger Sicherheiten, unpersönlichen Support und im Zweifel einen Ausfall zum ungünstigsten Zeitpunkt. Das kann eine bewusste, vertretbare Entscheidung sein – sie sollte nur bewusst getroffen werden.

Für alle dazwischen – Gewerbe, KMU, Praxen, Vereine mit einer Website, die zuverlässig laufen und rechtlich sauber sein muss – ist Schweizer Hosting mit persönlicher Betreuung nach unserer Erfahrung die ruhigste Lösung. Was bei uns dazugehört, steht auf der Hosting-Übersicht.

Zuletzt überprüft: 02.08.2026

FAQ

Häufige Fragen zum Standort

Ist Hosting in der EU nicht genauso sicher?
Für viele Fälle ja. Die DSGVO ist ein hoher Standard, und ein deutsches Rechenzentrum ist einem US-amerikanischen rechtlich klar vorzuziehen. Der Unterschied liegt im Detail: Die Schweiz ist weder EU- noch US-Rechtsraum, und beim nDSG gibt es keinen Umweg über Angemessenheitsbeschlüsse, die politisch neu verhandelt werden können.
Merken meine Besucher den Serverstandort überhaupt?
An der Ladezeit ja, aber weniger, als oft behauptet wird. Der Standort kostet Millisekunden, schlechte Bilder und aufgeblähte Skripte kosten Sekunden. Wer aus der Schweiz für die Schweiz publiziert, nimmt den kurzen Weg trotzdem gerne mit – er ist gratis.
Wir sind ein Kleinbetrieb. Ist das nicht überdimensioniert?
Nein, denn die Kriterien ändern sich mit der Grösse nicht, nur die Zahlen dahinter. Ein Verein mit 40 Mitgliedern braucht dieselbe Datenschutzkonformität wie ein Industriebetrieb – nur weniger Speicher.

Unsicher, was zu euch passt?

Wir schauen uns eure Situation an und sagen ehrlich, ob wir die richtige Adresse sind – auch wenn die Antwort einmal Nein lautet.